Du bist neu im Team EPV-GIV. Wie war dein Weg zu uns?
Ich habe 26 Jahre in der Lichtraummessung gearbeitet und wollte mich fachlich wie persönlich weiterentwickeln. Als ich mein vorheriges Unternehmen verließ, hatte ich aufgrund meiner Spezialisierung und meines Netzwerks mehrere Angebote. Für die EPV-GIV habe ich mich bewusst entschieden: Es gab bereits eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die Dresdner Geschäftsstelle liegt in Wohnortnähe und die Rahmenbedingungen sowie die Option auf Homeoffice und Teilzeit entsprechen genau meinen Vorstellungen.
Was hat dich ursprünglich zur Vermessung und später speziell zur Lichtraummessung geführt?
Ausgangspunkt war eine pragmatische Entscheidung. Daraus hat sich jedoch schnell eine fachliche Spezialisierung entwickelt, die mich bis heute begeistert. Ich bin gelernte Technische Zeichnerin und war bei der Deutschen Bahn tätig. Nach einer Versetzung nach Frankfurt am Main, wo ich nicht bleiben wollte, habe ich mich intern umorientiert und eine Weiterbildung in der Lichtraumengstellenmessung absolviert. So konnte ich nach Halle zurückkehren und dort weiterarbeiten. Später bin ich zu einer externen Vermessungsfirma gewechselt. Seit rund 15 Jahren lebe ich im Großraum Dresden und arbeite sowohl im Außendienst als auch im Büro und Homeoffice. Die Lichtraummessung liegt mir, sie macht mir Spaß und der Außendienst ist für mich unverzichtbar, weil er das Verständnis für die reale Situation im Gleis schärft. Genau das ist die Grundlage für belastbare Messergebnisse.
Welche Probleme löst du mit Deiner Arbeit konkret?
Vereinfacht gesagt prüfen wir, ob bestimmte Transporte sicher über die Schiene durchgeführt werden können, insbesondere Großraum- und Schwertransporte im Güterverkehr. Dafür untersuchen wir Streckenabschnitte, zum Beispiel nach Umbauten an Bahnhöfen oder Gleisen, und stellen fest, ob es irgendwo zu eng werden könnte. Es gibt verschiedene Messmethoden. Wir arbeiten mit einem etablierten Messrahmen, erfassen vor Ort zu zweit die relevanten Daten und werten diese anschließend aus. Die Ergebnisse fließen in Systeme ein, mit denen Transportstrecken geprüft werden. Das Verzeichnis der Lichtraumengstellen wird kontinuierlich aktualisiert. Es ist eine entscheidende Grundlage für zuverlässige Transportentscheidungen und reibungslose Abläufe.
Warum ist die Lichtraumengstellenmessung für einen sicheren und effizienten Bahnbetrieb so entscheidend?
Sie sorgt dafür, dass der Verkehr reibungslos fließen kann und auch übergroße Transporte sicher durchgeführt werden. Ohne diese Prüfungen wären Schäden an Fahrzeugen, Infrastruktur oder Ladung nicht auszuschließen.
Worauf achtest du beim Messen ganz besonders und welche Erfahrungen helfen dir dabei?
Entscheidend ist exaktes Arbeiten im Außendienst und gutes Bildmaterial. Ich muss mich darauf verlassen können, dass der Messrahmen exakt positioniert ist. Das wiederum erfordert handwerkliche Präzision und Erfahrung. Oft wird der Rahmen mehrfach bewegt, um wirklich aussagekräftige Daten zu erhalten. Der Rahmen wird direkt auf das Gleis gesetzt, an der Engstelle werden Fotos gemacht, anhand definierter Messpunkte erfolgt anschließend die Auswertung. Er wiegt rund 12 Kilogramm, die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll und findet bei nahezu jedem Wetter statt. Gleichzeitig ist genau das der Teil der Arbeit, der für viele im Team den besonderen Reiz ausmacht: draußen zu sein und unmittelbar an der Infrastruktur zu arbeiten.
Gibt es feste Abläufe, Prüfprozesse oder Rituale, die für dich unverzichtbar sind, um konstant hohe Qualität zu liefern?
Ja, eine verinnerlichte Ablauffolge und ein geeichter Messrahmen sind dafür notwendig. Wir planen die Einsätze im Vorfeld sehr genau, insbesondere bei längeren Streckenabschnitten. Qualität hat dabei immer Vorrang. In diesem Team funktioniert das sehr gut: Meine Kolleginnen und Kollegen bei EPV-GIV wissen, wie wichtig Genauigkeit ist. Wir arbeiten eng zusammen und ergänzen uns gegenseitig.
Wie automatisiert arbeitest du?
Es gibt immer wieder Versuche zur Automatisierung, doch bei dieser Art der Vermessung ist vor allem Schnelligkeit im Gleis entscheidend, inklusive schneller Sicherung und Räumung. Der Messrahmen hat sich deshalb bis heute bewährt. Auch wenn der Messrahmen auf den ersten Blick technisch einfach wirkt, sind wir damit besonders schnell, präzise und flexibel, oft schneller als mit komplexeren Messverfahren. Bei der EPV-GIV kombinieren wir bewährte Messmethoden mit moderner Technologie, etwa GPS-Daten. So können Engstellen exakt lokalisiert und im Innendienst effizient weiterverarbeitet werden, das spart Zeit bei höchster Präzision. Zuvor musste ich das immer mit einem Messrad selbst erledigen.
Was braucht es aus deiner Sicht, damit eine Vermessungsexpertin oder ein Vermessungsexperte in diesem Bereich exzellente Ergebnisse liefern kann?
Eine solide Datengrundlage, digitale Pläne, verlässliche Koordinaten, gute Software und leistungsfähige Rechner. Ohne diese Voraussetzungen ist präzises Arbeiten kaum möglich.
Was schätzt du persönlich am meisten an deinem Beruf?
Die Abwechslung. Die Kombination aus Außen- und Innendienst ist ideal für mich. Draußen zu arbeiten, das schärft den Blick für die Praxis, während ich mich im Büro oder am heimischen Schreibtisch auf Auswertung und Planung konzentrieren kann. Ich war fast auf jedem Bahnhof in Deutschland und habe viele Regionen kennengelernt. Vor allem aber macht mir die Arbeit Spaß und genau das ist für mich entscheidend.
Danke für das Gespräch!



